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Informationen Was ist der Unterschied zwischen Hörgeschädigt, Hörbehindert, Schwerhörig, Spätertaubt und Gehörlos? Als Hörgeschädigt,
bzw. Hörbehindert bezeichnet man alle Schwerhörigen, Spätertaubten und
auch Gehörlosen, es ist ein Überbegriff für Menschen mit Hörschädigungen, egal
welcher Art. Was bedeutet Schwerhörigkeit: Quelle: Jürgen Brackmann
Quelle: Jürgen Brackmann Das
äußere Ohr: 1 und 2 - Ohrmuschel, Gehörgang Das
Mittelohr: 3 und 4 - Trommelfell,
Gehörknöchelchen, Hammer, Ambos und Steigbügel, Ohrtrompete Das
Innenohr: 5 und 6 - Bogengänge, d. h.
Gleichgewichtsorgan, Schnecke (Cochlea), Hörnerv und Gleichgewichtsnerv Die Schallleitungs-Beeinträchtigung wird durch Erkrankungen des äußeren und des Mittelohres hervorgerufen. Man hört hohe, mittlere und tiefe Töne gleich leiser, also alle Töne um beispielsweise 40 dB leiser. 60 dB gehen ins Ohr, aber nur 20 dB werden gehört: Die meisten
Schwerhörigen leiden unter einer Schallempfindungs-Beeinträchtigung. Sie wird
durch Erkrankungen des Innenohres (und des Gehirns) hervorgerufen. Die meisten
Ohrenerkrankungen betreffen das Innenohr bzw. das Gehirn. Hier
hört man hohe, mittlere und tiefe Töne unterschiedlich leiser, z. B.
hört man hohe Töne um 70 dB leiser, mittlere um 40 dB und tiefe Töne nur um 20
dB leiser.
Würde man nun hier
einfach die Lautstärke erhöhen, würden die hohen Töne zwar lauter, aber genauso
bruchstückhaft, die mittleren gerade angenehm und die tiefen Töne übermäßig laut
gehört. Die tiefen Töne würden alle anderen Töne überdecken. Eine bloße
Verstärkung kann hier nicht helfen. Folgendes Beispiel
soll dies veranschaulichen, bitte versuchen Sie, diesen Text zu lesen:
Sie sehen was es
bedeutet, nur Bruchstücke wahrzunehmen. Vielleicht ist es Ihnen gelungen, den
ersten Text zu lesen, doch wieviel Konzentration und Interpretationsgabe hat es
benötigt, wie lange hat es gedauert im Vergleich zum unteren Text? Für
Schwerhörige mit einer Schallempfindungs-Schwerhörigkeit gehört dieser
Kraftaufwand zum täglichen Leben. Doch nicht jeder kann und will diese Kraft
jeden Tag im Kampf um das Verstehen aufbringen. Er muss mühsam den Text
kombinieren, während weitergesprochen wird, er läuft sozusagen ständig dem Text
hinterher. Missverständnisse sind hier vorprogrammiert. Ein Schwerhöriger
"hört" die Silbe "ein", doch tatsächlich wurde Bein, dein, fein,
kein, klein, mein, nein, Pein, rein, etc. gesagt. Dies kann unter Umständen
große Beeinträchtigungen und Nachteile herbeiführen. Deshalb ziehen
Schwerhörige sich oft zurück. Sie wollen nicht als dumm gelten, dauernd Stress
aushalten, anderen zur Last fallen mit ihrer Fragerei "Was hast Du
gesagt?", das Gefühl haben, ein Außenseiter zu sein. Helen Keller,
eine Frau, die taub und blind war, meinte: Nicht sehen
können trennt den Menschen von Dingen. Nicht hören können trennt den Menschen von den Menschen. Schwerhörigkeit führt
oft in die Isolation. Sie ist das Hauptproblem der Schwerhörigen.
Wir Menschen sind Kommunikationswesen. Wer keinen Austausch mehr hat, wird
krank! Unser Ohr ist das Hauptorgan für die Kommunikation. Wenn das Ohr krank
ist, leidet der ganze Mensch! Jedoch kann man
Schwerhörigkeit nicht sehen, schon gar nicht, wenn der Mensch ganz normal
sprechen kann. Aufgrund dieser
Undeutlichkeit haben es schwerhörige Menschen auch dementsprechend schwer in
ihrem Alltag, es ist nichts zu sehen, sie sprechen ganz normal und die meisten
"tun so", als ob sie alles verstehen. Da der Schwerhörige zwar gehört,
aber nicht verstanden hat, wird sein Verhalten darauf oft
fehlinterpretiert. Nicht-Reagieren wird als Nicht-Wollen interpretiert. Wer schlecht hören kann, versteht nicht; wer nicht versteht, begreift wenig; wer wenig begreift reagiert nicht oder
anders; wer nicht oder anders reagiert, wird nicht
ernst genommen. Man wendet sich von ihm ab und denkt sich
seinen Teil. "Wer nicht hören will, muss fühlen" Es wurden schon Schwerhörige als dement
eingestuft, weil der Notarzt das Hörgerät auf dem Nachttisch weder gesehen,
geschweige denn mitgenommen hat und der Patient schlicht nicht hören konnte,
was der Arzt wollte. Man ist zwar dabei,
aber nicht mittendrin, man wird nicht mehr ernst genommen, nicht mehr
eingeladen. Der Schwerhörige seinerseits nimmt seine eigene Schwerhörigkeit
dadurch auch sehr schlecht an, leidet darunter und zieht sich letztendlich
zurück, isoliert sich. Die Schwerhörigkeit, die Konzentration darauf, dass man
so viel wie möglich versteht, war den ganzen Tag so mühselig und man ist
deshalb am Abend erschöpft und müde. Schwerhörigkeit ist ein Makel, ein
Hörgerät eine Alterserscheinung. Eine Brille ist schick, aber ein
Hörgerät macht alt. Dabei gibt es auch schon farbige Hörgeräte. Alles hängt vom Grad
und der Art der Schwerhörigkeit ab. Dabei spielt es auch eine Rolle in
welchem Lebensalter die Schwerhörigkeit zum ersten Mal auftritt, sowie die
psychische Konstitution des Einzelnen. Viele bekennen sich nicht dazu und
leiden darunter. Die soziale Einbindung in Familie und Gesellschaft ist
wichtig. Je weniger Kontakt sie haben, desto schwerer ist es auch für sie damit
umzugehen. Ein großes Problem ist die Selbstisolierung, das Unverständnis
der Gesellschaft. Aber auch die Behinderten müssen aktiv werden. Manche gehen
nicht zu Terminen oder Ämtern, weil dort aufgerufen wird und sie das nicht
hören. Schwerhörige haben dann oft keine Lust mehr, sich deswegen mitzuteilen
und um Verständnis zu bitten, weil sie das dauernd tun müssen. Das Leben mit
Hörgeräten ist nicht unbedingt besser. Hörgeräte unterstützen nur das
Resthörvermögen, also das was noch da ist. Ein Nachteil ist, dass eine typische
Rückkoppelung mit schrillem Pfeifton erzeugt wird, wenn ein normal Hörender den
Schwerhörigen anbrüllt, weil er glaubt, dass er ihn dann besser hören könne.
Oft liegt das Hörgerät deshalb einfach nur in der untersten Schublade. Nachfolgend einige Verhaltensweisen, wie Sie den Schwerhörigen wirklich gut unterstützen können: ![]() Quelle: Jürgen Brackmann |